Sackbrut

Kurzinfo
Erkrankung / Ursache Sackbrut (Schiffchenbrut, Sackbrut-Virus)
Nachweis Mit bloßem Auge zu erkennen
Symptomatik Viral bedingte Häutungsstörung der Streckmade. Sackförmig erscheinende Puppe. Mumie mit hochgebogenen Enden in verdeckelter Zelle.
Behandlung Selbstheilung. Behandlung nur bei gleichzeitigem Varroabefall (siehe Varroamilbe).

Das Sackbrutvirus kommt in Fett-, Muskel- und Tracheenendzellen der Larven sowie im Nervengewebe und den Hypopharynxdrüsen adulter Bienen vor.
Die Larven sind im Alter von 16 bis 36 Stunden besonders empfänglich für das Virus. Der Larvenkörper wird im Laufe der Infektion mehr und mehr unter der Bildung einer klaren und später bräunlichen Flüssigkeit zersetzt. Da die transparente Cuticula erhalten bleibt, nehmen aus der Zelle gezogene Larven eine sackförmige Gestalt an, in welcher sie auch infektiös sind. Die Symptome werden bei der Larve schon nach 48 Stunden sichtbar. Sie beginnt zunehmend sich in der unteren Zellrinne liegend von vorn nach hinten dunkel zu färben und ihr Kopf knickt nach hinten ab. Kurze Zeit später stirbt die Larve im Streckmadenstadium noch vor der ersten Puppenhäutung ab. Sobald die Larve sich zersetzt hat, trocknet sie zu einem schwarzbraunen, schiffchenförmigen Schorf ein, der locker in der Zelle liegt und oft noch die ursprüngliche Segmentierung der Larve zeigt.

Das Virus schädigt die adulten Bienen nicht wesentlich. Sie gelangen in ihrer Entwicklung lediglich schneller in den Sammelbienen-Status und sind somit kurzlebiger. Darüber hinaus bieten infizierte Bienen jedoch eine wesentliche Infektionsquelle für die Larven. Zudem kann das Virus in ihren Körpern auch brutlose Perioden überleben.

Häufig sind besonders Völker, die unter Futtermangel leiden, sehr anfällig für die Sackbrut. Bei ausreichender Tracht kommt es in der Regel schnell zur spontanen Selbstheilung.   Dies hängt auch wesentlich vom Hygieneverhalten der Bienen ab. Ist dieses z.B. durch das akute Paralyse-Virus gestört, kann der Befall schnell zunehmen. Als Gegenmaßnahmen sind somit hauptsächlich pflegerische Maßnahmen zu nennen. Hierzu gehört die Einengung des Volkes, die Anregung des Putztriebes mit Hilfe einer Reizfütterung, Umweiseln oder Austausch von stark befallenen Waben. Weitere Behandlung ist nur bei gleichzeitigem Varroosebefall nötig.

 
Sackförmige Made bei Sackbrut