Ruhr

Kurzinfo
Erkrankung / Ursache Ruhr (nicht infektiös, Faktorenerkrankung)
Nachweis
Symptomatik Durchfallerkrankung
Behandlung Störungen verhindern, Futter austauschen, Selbstheilung

Als Ruhr wird eine nicht ansteckende Darmerkrankung verstanden, die letztendlich zu Diarrhoe führt. Die Ursachen hierfür reichen von ungeeignetem Winterfutter über vermehrte Nahrungsaufnahme nach Störungen im Winter bis zu ungünstigem Kleinklima in der Beute.

Winterfutter mit einem hohen Mineralstoffgehalt, Zusätzen von Salzen und Säuren oder einer ungeeigneten Zuckerzusammensetzung führt zu Verdauungsstörungen bei den Bienen. Enthält Futter einen hohen Anteil der Zuckerart Melizitose, kristallisiert es aus und kann wegen des Wassermangels im Winter von den Bienen nicht aufgenommen werden. Andererseits kann zu dünnflüssiges Futter zu hoher Luftfeuchtigkeit bzw. Nässe in der Beute führen und in Gärung übergehen.

Störungen der Winterruhe, besonders durch eingedrungene Mäuse oder auch durch von außen einwirkende, mechanische Erschütterungen können zu einer erhöhten Futteraufnahme der Bienen führen. Aber auch weisellose Völker überwintern unruhiger und verbrauchen somit mehr Futter. Dies führt dann zu einem übermäßigen Kotstau im Rektum, worauf die Bienen in ihrem Stock defäkieren. Dies fördert die Ausbreitung weiterer Krankheiten wie Nosema.

Einer Erkrankung an Ruhr kann vorgebeugt werden, indem den Bienen dünnflüssiges Zuckerwasser verabreicht wird. Dies setzt jedoch voraus, dass diese bereits in der Lage sind zum Defäkieren auszufliegen. Des weiteren sollte im Winter auf eine Futterwahl geachtet werden, die möglichst nicht mit Zusätzen versehen ist. Störungen der Winterruhe sollten nach Möglichkeit vermieden werden, z.B. durch ein rechtzeitiges Anbringen von Mäusegittern.