Produkte zur Behandlung von Bienen

Seit Jahrtausenden lebt die Varroamilbe auf der asiatischen Biene Apis cerana, die im Laufe der Zeit gelernt hat, sich mit den Saugern zu arrangieren, und seit langem existiert in Asien ein stabiles Verhältnis zwischen den Bienen als Wirt und zeckenverwandten Schmarotzern. Die Apis cerana erkennt befallene Brutzellen und entfernt die Milben, bevor sie sich fortpflanzen. Die westliche Honigbiene Apis mellifera, die weltweit zur Honiggewinnung eingesetzt wird, ist gegen die Invasion allerdings machtlos, so dass sich hierzulande die Milben sowohl in der Arbeiterinnen- als auch in der Drohnenbrut ungestört vermehren kann. Der Parasitennachwuchs ernährt sich auf Kosten der künftigen Honigproduzenten und verbreitet Viren- und Pilzerkrankungen. Die nächste Bienengeneration wächst deformiert und geschwächt heran, bis das gesamte Bienenvolk zusammenbricht.

Durch umfangreiche Gegenmaßnahmen gelang es Imkern in der Vergangenheit immer wieder, den Ausfall auf 5-10% pro Jahr zu begrenzen. In den vergangenen Jahren jedoch sind die Ausfallraten von Bienenvölkern immer weiter angestiegen.

Neben der Varroose schwächen äußere Einflüsse wie Monokulturen und die damit verbundenen Trachtlücken die Bienen zusätzlich, so dass sie anfälliger für Krankheiten sind. Hinzu kommt, dass auch die Varroamilbe selbst an Gefährlichkeit zunimmt. Wo vor zehn Jahren noch ca. 7.000 Milben pro Bienenvolk als kritische Menge galten, sind es heut nur noch ca. 3.000, die durch neue oder veränderte Krankheitserreger ein Bienenvolk auslöschen können.

Dies sind Gründe genug, um den Bienen mit einer systematischen Unterstützung in ihrem Kampf gegen die Parasiten zu helfen. Zu diesem Zweck fing Bayer in den siebziger Jahren mit der Analyse bestehender Wirkstoffe an, um ihr Potenzial im Milbenkampf zu untersuchen. Ein großes Problem hierbei war, dass Bienen und Milben vergleichsweise eng verwandte Tierarten sind, und somit Stoffe gefunden werden mussten, die bereits in kleinen Dosierungen Milben töten, aber selbst in großen Mengen für Bienen ungefährlich sind.

Ergebnis dieser Forschungsaktivitäten, die bis heute in Zusammenarbeit mit Bienenforschern an unabhängigen Instituten fortgeführt werden, waren die Produkte Bayvarol® Strips und Perizin.