Unterstützung der EU im Kampf gegen Varroose

Seit ihrem ersten Auftreten in Deutschland vor mehr als 25 Jahren ist die Varroa-Milbe ein ständiger, plagender Zeitgenosse von Bienen und Imkern, und ihre Bekämpfung ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen in der Bienenzucht. Was vielen jedoch nicht bekannt ist: Die Imker sind in ihrem Kampf gegen die Milben nicht allein gelassen.

Bereits seit 1997 existieren seitens der Europäischen Union Maßnahmen, welche die Imker bei der Bekämpfung der Varroose in ihren Bienenvölkern unterstützen. Mit erlass der EG-Verordnung Nr. 1221/97 wurden am 25. Juni 1997 verschiedene Anordnungen erlassen, welche zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Imker führen sollen. Diese Verordnung besitzt nach wie vor Gültigkeit, und ist sogar am 26. April 2004 aus aktuellen Anlässen durch die EG-Verordnung Nr. 797/2004 aktualisiert und neu aufgelegt worden.

Inhaltlich bestätigt diese Verordnung unter anderem, dass die Bienenzucht ein Sektor der Landwirtschaft ist, der durch seinen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Einhaltung des ökologischen Gleichgewichts, sowie der Erzeugung von Honig und anderen Bienenstockerzeugnissen, eine wichtige Rolle in Wirtschaft und Ökologie gleichermaßen spielt. Aus diesem Grunde wird seitens der EU anerkannt, dass Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene erforderlich sind, um die Ausbreitung der Varroose einzudämmen. Im Rahmen von nationalen Dreijahres-Programmen für den imkerlichen Bereich sollen die Mitgliedsstaaten der EU daher technische Hilfe, Maßnahmen zur Rationalisierung der Wanderimkerei und zur Wiederauffüllung der gemeinschaftlichen Bienenbestände, Zusammenarbeit bei Forschungsprogrammen auf dem Gebiet der Bienenzucht und ihrer Erzeugnisse und eben auch Maßnahmen zur Bekämpfung der gefährlichen Varroamilbe mit zugelassenen Erzeugnissen bereitstellen und unterstützen. Die von den Mitgliedsstaaten zur Erfüllung dieser Verpflichtungen übernommenen Ausgaben werden von der Europäischen Union, unter Berücksichtigung der Verteilung des gemeinschaftlichen Bienenbestandes, bei der Deutschland unter den EU-25 Staaten immerhin Platz 6 belegt, mit einer bis zu 50%igen Beteiligung übernommen. Im Jahre 2004 betrugen diese Finanzhilfen allein 16,4 Mio. Euro.

Durch den allgemein unmittelbar durchgreifenden Charakter von EG-Verordnungen in innerdeutsches Bundesrecht sind diese Möglichkeiten für Imker auch in Deutschland in mehreren Bundesländern gegeben. So werden sowohl Investitionen in Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände, die Teilnahme an Schulungen und die Beschaffung von Schulungsunterlagen und Beratungsmaterial, als auch die Finanzierung von Medikamenten zur Bekämpfung der  Varroose finanziell unterstützt. In Deutschland wird eine derartige Förderung zum jetzigen Zeitpunkt in folgenden Bundesländern angeboten:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg/Berlin
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
     

Die Zuständigkeiten liegen hier in den meisten Fällen bei den Landwirtschaftskammern oder –ministerien der jeweiligen Länder. Die Finanzierung erfolgt aus gleichen Teilen aus EU-Mitteln und Landesmitteln. Das Antragsverfahren für eine solche Unterstützung läuft oftmals stufenartig ab, von der Bedarfsmeldung des Imkers an den Ortsimkerverein, hierüber Meldung an den Kreisimkerverein sowie geschlossene Anforderung der Fördermittel und Medikamente des Kreisimkervereins bei der Landwirtschaftskammer. Jedoch treten hinsichtlich des Antragsverfahrens erhebliche Variationen zwischen den Bundesländern auf - in vielen Fällen kommt zum Beispiel eine Beteiligung der Tierseuchenkassen vor - so dass eine Individuelle Information bei der zuständigen Landwirtschaftskammer hier vonnöten ist.

Auch die Höhe der Förderung ist Gegenstand individueller Auslegung der Länder, hier reichen die Informationen von Beträgen wie €2 pro zu behandelndem Bienenvolk, bis hin zu einer 70%igen Übernahme der Kosten durch Land und EU. Detaillierte Informationen hierzu werden von den Landwirtschaftskammern erteilt.

Mit der finanziellen Unterstützung der Imker bei der Bekämpfung der Varroose seitens der EU werden  wichtige Voraussetzungen für die Eindämmung dieser Seuche geschaffen. Mit einer konsequenten Varroa-Bekämpfung und somit gesunden und starken Bienenvölkern wird nicht nur wirtschaftlicher Erfolg gesichert, sondern auch ein enormer ökologischer Beitrage geleistet.

Deshalb: Informieren Sie sich bei Ihrem Imkerverein oder Ihrer Landwirtschaftskammer über die Fördermöglichkeiten ihres Bundeslandes!

Detaillierte Informationen: