Historie

Wie es bei Bayer begann

Die Tiergesundheit hat bei Bayer eine über 100 Jahre alte Tradition. Lesen Sie hier, wie alles begann.

1903
Erste Berichte über die Anwendung von Human-Arzneimitteln am Tier
Die „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer und Co.“ begannen in den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Humanmedizin zu forschen und Arzneimittel herzustellen und zu verkaufen. Tierärzte griffen nach Erscheinen der ersten synthetisch hergestellten Human-Arzneimittel nach ihnen, um ihre Wirksamkeit bei Krankheiten der ihnen anvertrauten Tiere zu erproben und sie, bei Erfolg, regelmäßig anzuwenden. Erste Berichte darüber sind in Fachzeitschriften schon in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts veröffentlicht worden.
1913
Erste Tierärzte bei Bayer
Eine ständig anwachsende Zahl von Anfragen aus der tierärztlichen Praxis und von tierärztlichen Fakultäten an den Hersteller bzw. Erfinder dieser Pharmazeutika und die Notwendigkeit, ihnen mit Fachwissen zu begegnen, führten 1913 zur Einstellung von Tierärzten
1913
Human-Präparate für die Veterinärmedizin
Sofern ein Humanprodukt für die Anwendung beim Tier empfohlen werden konnte, bekam es den Zusatz ad usum veterinarium (ad us. vet.). Im Laufe der Jahre wurden, wenn sie auf die speziellen Bedürfnisse der Veterinärmedizin ausgerichtet werden mussten, die Packungsgröße, die Darreichungsformen oder auch die Formulierungen verändert.
Allmählich entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen den Tierärzten der Tierärztlichen Bildungsstätten und den Tierärzten der forschenden Firmen. Die Tierärztlichen Schulen untersuchten neu herauskommende Human-Produkte auf ihre Anwendungsmöglichkeiten beim Tier.
1919
Das erste Bayer-Veterinär-Produkt
Das Geburtsjahr des Veterinärgeschäftes. 1919 war ein entscheidendes Datum in der Geschichte des Bayer-Veterinärgeschäftes. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein Produkt ausschließlich für die Anwendung am Tier ausgeboten. Es war das Räudemittel Neguvon. Sein Wirkstoff war bei der Kautschuk-Synthese angefallen und hatte sich gegen die Erreger der Skabies, der Krätze beim Menschen, der Räude beim Tier, als wirksam erwiesen.
Die weitere Entwicklung bis zu einem breiten, speziellen Veterinär-Sortiment ging langsam vonstatten und erstreckte sich über mehr als ein Jahrzehnt.
1923
Ein Bayer-Veterinär-Produkt wird weltberühmt: Naganol
Der nächste Meilenstein auf dem Weg zu einem Veterinär-Sortiment wurde das Produkt Naganol, das 1923 als Mittel gegen die Trypanosomiasis, der für Mensch und Tier gefährlichen tropischen Schlafkrankheit, ausgeboten wurde.
Der 1916 aufgefundene Wirkstoff war nach Kriegsende als Bayer 205 in Südafrika beim Menschen klinisch geprüft und im Januar 1923 unter dem Namen Germanin auf den Markt gebracht worden. Im gleichen Jahr wurde von Bayer der Tierarzt Dr. Hugo Berg nach Südafrika geschickt, um dort an der tierärztlichen Fakultät in Onderstepoort die Prüfung auf Wirksamkeit am Rind durchzuführen. Diese Arbeiten führten 1924 zur Ausbietung des Naganol, das nach der Nagana, der afrikanischen Bezeichnung der Rinderseuche, genannt wurde.
1931 Etabliert sich die Veterinärabteilung bei Pharma-Human in Leverkusen.
1939
Das Veterinär-Sortiment wächst in dieser Zeit mit neuen Produkten, z.B. Acaperin gegen die Piroplasmose.
1947 In Deutschland droht die Maul und Klauenseuche die Paarhuferbestände zu gefährden. Beginn der Produktion von MKS-Vakzine.
1953
Eröffnung der MKS-Station in Köln.
1955 Die jungen veterinärspezifischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) wurden auf die Gebiete Bakteriologie und Pharmakologie ausgedehnt.
1966
Aus dieser Zeit stammen Produkte wie Tiguvon®, Bayrena, Citarin®, Magnaphoscal, Bolfo® (für Hunde) und Rompun®.
1974/76 Einstieg in die Tierernährung mit Bay-O-Nox und ins Hobbytiergeschäft mit dem Ausbau der Bolfo®-Linie und Droncit®.
Bay-O-Nox entwickelt sich Mitte der 80er weltweit zum größten Umsatzträger des Geschäfts.
1984
werden die Veterinäraktivitäten von der Pharmasparte in den Sektor Landwirtschaft verlagert. Damit entsteht der Geschäftsbereich Veterinär bzw. Tiergesundheit.
1987
In diese Zeit fallen die Ausbietungen von Drontal® (Hund und Katze) und Baycox® (Geflügel) sowie Baytril®.
1997 Die Organisation des deutschen Veterinärgeschäfts wird in die neu gegründete Bayer Vital GmbH überführt.
2002
Seit der Einführung einer Holdingstruktur in der Bayer AG gehört die Tiergesundheit zu dem Teilkonzern „Bayer HealthCare“ und firmiert dort unter Division Animal Health.